Tanzvermittlung NRW - Die Entwicklung der letzten 10 Jahre

Prof. Vera Sander - Stellvertretende Vorsitzende der GZT NRW e.V.

Tanz ist ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes und ein bedeutender pädagogischer Faktor. Tanz ist Alltagspraxis, Wissensträger und künstlerisch renommierte Praxis. Es wundert daher nicht, dass in den letzten Jahren eine zunehmende Förderung dieser Kunstform und ihrer Wissenschaft stattgefunden hat und auch die Integration von Tanzkunst an Schulen immer mehr Befürworter findet. Die Landesregierung in NRW hat diese Entwicklungen nachhaltig mit unterstützt. Dabei steht der zeitgenössische Tanz im Mittelpunkt, da dieser eine enge Verbindung von methodischer und künstlerischer Reflexion, Vermittlungspraxis und körperlichem Bewusstsein mit weiteren Wissensebenen ermöglicht. Mittlerweile sind Tanzprojekte aus schulischen wie außerschulischen Einrichtungen kaum noch wegzudenken. Weiter- und Ausbildungsformate sind entstanden, die der Qualifizierung im Bereich Tanzvermittlung auf Hochschulebene Rechnung tragen.

Auffällig sind die Bereitschaft und das inzwischen große Engagement zur Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Anbietern. Neben zeitlich befristeten Projekten in Form von AGs oder einmaligen Angeboten gibt es auch Tanzunterricht, der im Fächerkanon der Schulen einen festen Platz erhalten hat. Institutionalisierte Ensembles arbeiten mit Schulklassen eng zusammen. Auf Bundes- wie Länderebene setzen sich die verschiedensten Kultureinrichtungen verstärkt für Tanz als Kunstform ein, die für Kinder und Jugendliche organisiert, aber auch von den Heranwachsenden selbst präsentiert wird. Tanzkünstler_innen sind dabei zusammen mit den Teilnehmenden die Akteure dieser Initiativen. Sie werden unterstützt von bestehenden Einrichtungen der Länder sowie beispielsweise dem Fachbereich Tanzvermittlung NRW.

2003 wurde dieses Erfolgsprojekt gestartet. Als Modellprojekt "Tanz in der offenen Ganztagsgrundschule" ging es aus dem Kreis der aktiven Mitglieder der GZT NRW e.V. hervor. Vor dem Startschuss der offenen Ganztagsgrundschulen in NRW und mit der Unterstützung des damaligen Ministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes NRW formulierte die GZT NRW e.V. unter Einbeziehung der nord­rhein-westfälischen Tanzszene Leitziele für Tanzangebote in der offenen Ganztagsgrundschule. Durch die Unterstützung des Ministeriums konnten darauf­ hin ab dem Schuljahr 2003/2004 die ersten Tanzprojekte in Schulen umgesetzt werden. Ein Pool erfahrener Tänzer_innen/ Choreograf_innen/ Tanzpädagog_innen wurde eingerichtet und monatliche Symposien zum Thema veranstaltet. Bereits ein Jahr darauf wurde mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Kultursekretariat Gütersloh die Bundesinitiative Tanz in Schulen gegründet, aus der sich 2007 der Bundesverband Tanz in Schulen e.V. bildete. 2010 konnte dank der Unterstützung der RheinEnergieStiftung Kultur eine lokale Koordinierungsstelle für Köln eingerichtet werden. In diesem Zusammenhang entwickelte sich auch der Wunsch nach einer jungen Tanzplattform, die dann vom Büro Tanzvermittlung NRW im Jahr 2011 als DYNAMO ins Leben gerufen wurde.

Ich bin dankbar für alle Unterstützung, die wir in den vergangenen Jahren erfahren haben und erfreut darüber, dass die Tanzvermittlung in der vergangenen Dekade einen bedeutenden Schritt vorangekommen ist. Dennoch möchte ich betonen, dass es weiterhin unsere Aufgabe bleibt, zusammen mit unseren Partnern aus Politik und Wirtschaft dafür zu sorgen, dass die Kunstsparte Tanz auch in Zukunft Teil der kulturellen Bildung bleibt und noch stärker in der Kunst ­ und Bildungslandschaft verankert wird.