Inklusion und Forschung

Inklusion ist ein derzeit viel diskutiertes Thema. In der Praxis der tanzkünstlerischen Angebote ist Inklusion oftmals selbstverständlich, da die zeitgenössische Tanzvermittlung sich nicht auf der Basis nur einer Vorgehensweise versteht, sondern aus der Vielfalt heraus arbeitet. Sie bricht immer wieder mit vorhandenen Formen, sucht Grenzüberschreitungen zwischen Künsten und gesellschaftlichen Themen und hat in diesem Sinne eine offene Struktur.

Professionelle Tänzer_innen, Tanzpädagog_innen, Choreograf_innen arbeiten zielgruppenorientiert. Zu den Arbeitsprinzipien gelingender Vermittlung gehört die flexible Gestaltung jedes einzelnen Projektes vor Ort. Die gezielt auf die lokalen Möglichkeiten und Bedürfnisse der Beteiligten und des Umfeldes abgestimmten Konzepte lassen viel Raum für ein entsprechendes Einbinden verschiedener Voraussetzungen.

Da in der ästhetischen/tänzerischen Praxis besonders interessante Projekte für inklusive Kontexte entstehen, deren Effekte (über die Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeitserfahrungen hinaus) aber oft unbenannt bleiben, gälte es aus der Forschungsperspektive, ebendiese genauer sowohl theoretisch als auch empirisch zu untersuchen und zu verdeutlichen. Forschungsfragen könnten dabei die Ebene der Lernprozesse
(also der Schüler_innen), aber ebenso auch die Ebene der „Lehrprozesse“ (also das Verhalten der Lehrkräfte) fokussieren.

Im letzten Jahr hat sich in Köln eine Gruppe zusammengefunden, die sich mit dem Thema Inklusion und der wechselseitig befruchtenden Zusammenarbeit von Forschung und Praxis beschäftigt. Ein besonderer Fokus liegt insbesondere auf den Beziehungen zwischen Tanz-/Körper-/Bewegungs-Arbeit und sprachlicher Förderung.

Die Gruppe wünscht sich Austausch bzw. Unterstützung unter Gleichgesinnten und lädt herzlich zum ersten Fachtag ein:

„Inklusive Impulse für Praxis und Forschung“ am 4. September 2015 in Köln [Download]